Mittwoch, 13. Juni 2018

Fernwehküche: Lissabon - Das Kochbuch

Kochbücher machen ja immer ganz besonders viel Freude, wenn sie auch eine schöne Ausstattung haben. "Lissabon - Das Kochbuch" von Sylvie da Silva, erschienen im Südwest-Verlag fällt durch einen ganz besonders außergewöhnliche Aufmachung auf, denn die für Lissabon typischen bemalten Kacheln befinden sich direkt auf dem Buchumschlag und sind auch als Relief fühlbar. Auch sonst ist die Optik dieses Buches ein Augenschmaus. Es gibt viele Fotos aus Lissabon, aus kleinen Restaurants, Bars und Märkten und auch die Gerichte sind sehr ansprechend fotografiert.

Sylvie da Silva ist als Tochter portugiesischer Eltern in Frankreich aufgewachsen und arbeitet im Tourismus-Bereich. Neben dem Buch über Lissabon hat sie auch ein Kochbuch über Brüssel herausgebracht.

Wer das Kochbuch durchblättert, merkt schnell, dass die Küche Lissabons eine recht einfache Küche ist, die sich - wie könnte es bei einer Stadt am Atlantik anders sein - vor allem um den Fisch dreht.Vor allem der Klippfisch, getrockneter und gesalzener Kabeljau, ist sehr beliebt und wird in vielen Rezepten verwendet, aber auch Muscheln und Sardinen finden ihren Platz. Ohne Zweifel werden Fischliebhaber, die vielleicht auch schon selbst in Portugal die dortige Küche gekostet haben, ihre Freude an dem Buch haben. Alle anderen bekommen einen ersten Eindruck und Vorfreude auf Migas, Piri Piri und natürlich Pastéis de nata, die berühmten Törtchen mit Vanillecreme.

Ein wirklich sehr schönes Kochbuch, das mich allerdings von den Rezepten her nicht hundertprozentig überzeugt, da einige Zutaten doch recht schwierig zu bekommen sind und die Gerichte sehr rustikal daherkommen. Für alle, die ein bisschen von Portugal träumen möchten oder sich auf einen Urlaub dort vorbereiten, jedoch sehr empfehlenswert.

Dienstag, 5. Juni 2018

WMDEDGT am 05.Juni 2018

"Was machst du eigentlich den ganzen Tag?" ist ja so eine Frage, die ich mir selbst ab und zu stelle. Im Internet stellt diese Frage an jedem 05. eines Monats Frau Brüllen und heute mache ich mit.

Wach werde ich gegen 05:00 Uhr. Mir fällt mal wieder auf, wie wenige Vögel draußen zwitschern. Extrem wenige im Vergleich zu unserem Urlaub im Wendland und weniger als vor einigen Jahren. Das macht mich traurig, ich denke an die vielen "Pflanzenschutz-Spritz-Sessions" auf den Feldern nebenan und schlummere noch ein bisschen vor mich hin.

Um 06:20 Uhr höre ich den Mann und stehe auch kurz danach auf, um den Frühstückstisch zu decken. Heute möchte der man mit dem Fahrrad zur Praxis fahren und ist daher etwas früher fertig. Die Tochter hat ein neues Fahrrad bekommen und weiht es heute ein. Auch der jüngste Sohn bekommt Lust aufs Radfahren. Nachdem Mann und Tochter aus dem Haus sind, springe ich unter die Dusche, mache für den Jüngsten alles fertig und begleite ihn zu Fuß in den Kindergarten. Er ist recht vorsichtig auf dem Fahrrad und auch etwas ängstlich, schafft es aber schon gut, um die vielen Mülltonnen auf den Bürgersteigen herumzumanövrieren. Als wir ankommen ist er froh, es geschafft zu haben.

Um 08:30 Uhr bin ich wieder zu Hause und räume erst einmal den Tisch ab, die Spülmaschine ein und aus und die Waschmaschine ein.

Um 09:00 Uhr sitze ich am Schreibtisch und beschäftige mich mit der Umsetzung der DSGVO für die Praxis. Zum Glück gibt es sehr verständliche Informationen von der Kassenärztlichen Vereinigung.

Außerdem steht dienstags auch immer die Bestellung der Gemüsekiste an. Ich schaue, was vom Biohof in die Kiste gepackt wurde, tausche aus und packe meistens noch Käse hinzu. Da am Samstag Besuch kommt, freue ich mich schon, einen leckeren Salat und Kuchen mit Obst und Gemüse aus der Kiste zaubern zu können.

Dann entdecke ich, dass ich via ebay noch ein Kinderhemd verkauft habe und mache den Versand fertig. Ach ja, Briefmarken brauche ich auch wieder, also noch schnell neue Marken bestellen.

So um 11 Uhr am Vormittag gönne ich mir dann eine Pause, trinke Tee, schaue Podcasts und stricke an meinem Persica-Tuch weiter. Es klingelt und die Briefträgerin bringt allerschönste Post. Lesenachschub von der Büchergilde und die neue Flow.

Inzwischen ist die erste Waschmaschine fertig und eine zweite wird gefüllt. Ich suche die Zutaten für das Mittagessen zusammen und fange schon mal an zu kochen. Heute gibt es Gemüse mit Tofu und Erdnusssauce.
Um 13 Uhr esse ich zusammen mit dem großen Sohn. Die Tochter kommt heute später aus der Schule und der Kleine isst im Kindergarten.
Zeit zum Fenster putzen und Staubsaugen.

Um 15.20 Uhr mache ich mich auf den Weg, den Jüngsten vom Kindergarten abzuholen. Der Rückweg mit dem kleinen Fahrrad beginnt ganz tapfer, aber da die Gehsteige sehr schief sind, bekommt er immer mehr Angst und hat schließlich gar keine Lust mehr. Zuhause heult er wütend und ärgert sich über die Bauarbeiter, die so schiefe Gehsteige gebaut haben.

Die Sonne ist raus gekommen und ich würde mich ja gerne mit einem Buch in meine Leseecke im Garten verkriechen, aber die Tochter möchte noch Unterstützung bei den Hausaufgaben. Also überlegen wir gemeinsam, was Ismael Leseur ausmacht und wie man ihn charakterisieren kann.

Vielleicht bleibt ja gleich noch etwas Zeit auf der sonnigen Terrasse :-).
Euch noch einen schönen Abend!







Freitag, 1. Juni 2018

Unterwegs zum Mittelpunkt der Erde

Rezension: Auf einem großen Tisch mit Bilderbüchern fallen einem manche direkt ins Auge, weil sie sehr aufwändig und ganz besonders gestaltet sind. Dazu gehört "Unter meinen Füssen" von Charlotte Guillain und Yuval Zommer aus dem Prestel Verlag, das im April 2018 erschienen ist. Schon auf dem Cover funkeln ein paar Achate und lassen sich Details erfühlen.
Beim Aufklappen des großformatigen Buchs wird schnell klar: dieses Buch liest sich andersherum, es ist nämlich ein Leporello, das sich aufklappen lässt. "Wäre es nicht spannend zu erforschen, was unter deinen Füßen los ist?" wird am Anfang gefragt und ja, da lässt sich ganz schön viel entdecken. Unter der Straße gibt es Leitungen und Rohre, viele kleine Tiere, Knochen, Blätter und Fundstücke aus längst vergangener Zeit. Aber damit nicht genug! Es geht tiefer und tiefer durch verschiedene Gesteinsschichten bis zum Erdkern, wo es ganz schön heiß ist. Wenn man das Buch komplett auf dem Boden aufklappt, kann man selbst Schritt für Schritt diesen Weg nachgehen und ganz schön viel entdecken. Die Texte beziehungsweise Bildunterschriften sind kurz gehalten, so dass man schnell die wichtigsten Informationen bekommt. Sehr gut gefällt mir aber, dass der Weg zum Erdmittelpunkt nicht der einzige ist, den das Buch bereit hält. Wenn man das Buch umdreht, kann man rückwärts Seite für Seite wieder an die Oberfläche gelangen und erlebt nun, wie es unter dem Waldboden aussieht.
Der englischen Autorin Charlotte Guillain und dem Illustrator Yuval Zommer ist hier ein wirklich außergewöhnliches Buch gelungen. Ein Buch, das ganz nebenbei Wissen vermittelt, aber in erster Linie einfach wunderschön ist.