Donnerstag, 5. Januar 2017

Aufräumen mit Joshua, Ryan und Carl Friedrich

Kennt ihr das auch, dass am Anfang eines neuen Jahres das Aufräumen noch richtig Spaß macht? Neues Jahr, neues Glück und der feste Vorsatz, organisierter zu leben und das Chaos um einen herum in den Griff zu bekommen. Das Chaos, das sind vor allem die vielen kleinen Dinge, die sich so ansammeln. Kleine Spielsachen, die bleiben, obwohl sie schon kaputt sind oder lange nicht mehr bespielt werden, Stifte, die immer noch im Stiftebecher stehen, obwohl sie längst leer gemalt sind, zu klein gewordene Socken, abgelaufene Cremes, Zeitschriften... es sind eine Menge Dinge, die wir in unserem Haushalt haben.
Joshua Fields Millburn und Ryan Nicodemus denken auf ihrer erfolgreichen Webseite The Minimalists über ein sinnvolleres Leben mit weniger Dingen nach. Von ihnen stammt die Idee, ganz spielerisch aufzuräumen mit den so genannten Minimalism Game. Das Spiel geht über 30 Tage und am 1. Tag wird eine Sache aussortiert, am 2. Tag zwei usw.. Und wie viele Sachen sind das dann nach 30 Tagen? Hier kommt Carl Friedrich ins Spiel oder vielmehr der junge Carl Friedrich Gauß, denn er hat noch als Schüler eine Formel gefunden, um das auszurechnen. (LeserInnen von Die Vermessung der Welt werden sich erinnern). Mit der Summenregel kann man also ausrechnen, wie viele Teile man dann insgesamt nach 30 Tagen aussortiert hat. Es sind 465, wenn man es denn schafft und ich gehe davon aus, dass es eigentlich noch mehr sind, denn man wird ganz sicher noch das ein oder andere Teil aussortieren und nicht zählen. In Anbetracht der durchschnittlich 300 000 Dinge, die sich in jedem (amerikanischen) Haushalt befinden ist es ein kleiner Anfang und man müsste das Minimalsm Game schon einige Male spielen, um die Anzahl der Dinge zu reduzieren, aber es ist ein Anfang.
Dir Fortschritte des Minimalism Game poste ich übrigens auf Instagram unter #minsgame.
Ist für euch auch der Januar der liebste Aufräum-Monat? Welche Methoden nutzt ihr?

Kommentare:

distelfliege hat gesagt…

Hey Micha,
Bei so extremen Challenges die 465 Dinge zum entsorgen beinhalten, frage ich mich immer: Was sind denn die Leute, die sowas gut finden, vorher für einem Konsumtaumel erlegen??
Minimalismus als Wohnphilosophie finde ich ziemlich wohlstandsprivilegiert, weil das Leben mit sehr wenigen Dingen eine finanzielle Flexibilität erfordert, die viele einfach nicht haben. Beispiel: Als Hape Kerkeling sein Jakobsweg-Buch schrieb, kam in dem Buch ein Pilger vor, der mit nichts unterwegs war. Er trug Anzug und hatte keinerlei Tasche, Rucksack, nichts. Aber die Taschen hatte er voller Geld, so dass er immer Essen und Trinken und alles, was man benötigt, auf Reisen unterwegs kaufte oder mietete, und im Hotel übernachtete.

Ich habe für meine Hobbies echt viele Dinge, mehrere Stashes zum Nähen, Stricken, Spinnen, Färben, Buchbinden, Weben, Malen, Artjournaling, Räuchern, Kochen, Gärtnern und Quilten. Da geh ich auf keinen Fall ran, auch wenn ich nicht alle meiner Hobbies gleichzeitig ausüben kann. Ich komme auf jedes irgendwie wieder zurück.
Was den Rest angeht: Ich miste zwischendurch immer mal wieder aus, und dadurch käme ich auch nicht auf so viele Dinge. Ich bin ja nur eine Person, auf die Dinge von meinem Lebensgefährten habe ich keinen Einfluss (wäre ja auch übergriffig). Vielleicht sammelt sich da nicht soviel an wie bei mehr-Personen-Haushalten.
dann habe ich auch das Problem, dass ich manche Dinge loswerden möchte, die aber viel zu wertvoll zum wegwerfen sind, und ich erstmal organisieren müsste, dass sie ein neues Zuhause finden. Ich habe z.B. eine ältere Trommel, die sehr schön ist, die ich aber nicht mehr spiele.

Ich mag ausmisten und aussortieren und mich von Dingen trennen!
Nur sind mir diese Challenges einfach zuviel verlangt. ich hab mal genau diese Challenge abgewandelt zu "1 Ding am Tag, 1 Monat lang" und das scheiterte daran, dass ich Dinge nicht einfach wegwerfen wollte und das weitervermitteln oft an einem einzigen Tag nicht möglich war.

Dir wünsche ich dass du Spaß dabei hast, solange es dir was bringt, aber dir auch keinen Druck machst wenn du keine 465 dinge findest :)

Micha hat gesagt…

Bei sechs Personen in einem Haushalt gibt es einfach so viel, das sich angesammelt hat. Ich bin mir sicher, das ich auch ohne Stress die 465 Teile finde und gleichzeitig nicht meinen Stash angetastet habe.
LG, Micha