Montag, 10. Oktober 2016

Rezension: Slow Family - Sieben Zutaten für ein einfaches Leben mit Kindern

Heute erscheint das Buch Slow Family - Sieben Zutaten für ein einfaches Leben mit Kindern von Julias Dibbern und Nicola Schmidt im Beltz Verlag und um es gleich vorweg zu sagen: Selten habe ich mich so auf ein Buch gefreut, denn ich habe schon beim Titel geahnt, dass hier das Buch kommt, das die Themen beschreibt, die mich selbst, seit ich Kinder habe, beschäftigen und worüber ich privat wie im Blog nachdenke.

"Weniger ist mehr" und "Gelassenheit und Entspannung" sind "eine echte Alternative zum Größer-schneller-weiter" unserer Zeit und sie sind auch existenziell wichtig, denn Stress macht uns und unsere Kinder krank. Julia Dibbern und Nicola Schmidt, die zusammen das Artgerecht-Projekt entwickelt haben, stellen in ihrem Buch vor, was Familien brauchen, um entspannter und langsamer zu leben. Dabei schöpfen sie aus ihren eigenen Erfahrungen und berichten, was sie selbst mit ihren Familien ausprobiert haben. Das Angenehme ist, dass sie dabei nicht als selbsterkorene Expertinnen daher kommen, sondern ganz ehrlich berichten, wie ihr Weg zu einem langsameren und bewussteren Leben ausgesehen hat und aussieht.
Wer kennt das nicht? Da zeigt sich eine Lücke im Terminkalender und sofort wird überlegt, wie die gefüllt werden kann. Zeit zum Kraft tanken und regenerieren lassen wir uns dabei viel zu selten. Dabei übersehen wir oft, dass unsere Ressourcen nur begrenzt sind.

Die Autorinnen reden nicht um den heißen Brei herum, sondern analysieren sehr genau, wo die Probleme und Stressfaktoren in unserem Alltag liegen. Oft sind es unerfüllte oder nicht wahrgenommene Bedürfnisse, die uns oder unsere Kinder an die Decke gehen lassen. Im Hamsterrad zwischen Job, Haushalt und Familie fällt es uns schwer inne zu halten, durchzuatmen und uns zu fragen, ob das sein muss. Müssen wir dieses High-Speed-Level an Aktivitäten haben? Muss jedes Wochenende etwas tolles unternommen werden? Brauchen wir wirklich ein zweites Auto, drei Urlaube im Jahr und ein frei stehendes Einfamilienhaus?
Oft sind es ganz einfache Dinge, die uns entspannen und durchatmen lassen. Eines davon ist "Dreck". Kinder (und auch Erwachsene) brauchen den Kontakt zur Erde, das Spüren von etwas Lebendigen und Echten, um sich zu erden und zu sich zu kommen. Das stärkt ganz ungemein und Sätze wie "Pass auf, dass du dich nicht dreckig machst!" sollten aus unserem Vokabular gestrichen werden.

Neben der Natur gibt es noch weitere Zutaten für ein einfaches Leben mit Kindern, die in Slow Family vorgestellt und mit vielen Ideen zum Nachmachen beschrieben werden. Besonders gut gefällt mir, dass die Autorinnen sich in ihrem eigenen Buch selbst immer wieder in einem Dialog zu Wort melden und ganz authentisch von sich erzählen. Das macht Slow Family: Sieben Zutaten für ein einfaches Leben mit Kindern zu einem Buch, in dem man immer mal wieder gerne liest, sich Anregungen holt oder sich einfach anstecken lässt von der guten Laune und der Schaffenskraft von Julia Dibbern und Nicola Schmidt. Los geht's!

Kommentare:

Ramona hat gesagt…

Das klingt nach einem interessanten Buch. Ach, hätte ich doch nicht schon den Schreibtisch voll! Kommt auf jeden Fall auf die Merkliste.

Sybille hat gesagt…

Vielen Dank, das Buch klingt toll, ist vielleicht auch ein schönes Geschenk für junge Familien.

Frau Kirschkernzeit hat gesagt…

Bin erst heute zum Nachlesen gekommen, aber ich finde deinen Beitrag sehr inspirierend- und werde mir das Buch wohl auch bestellen. Frau Krähe schreibt in ihrem Blog auch immer wieder über Artgerecht und ich bin jedes Mal schwer beeindruckt,wie stimmig mir das vorkommt,so ausdemBauchheraus richtig... Dankeschön, Micha!!!