Donnerstag, 10. September 2015

Hier so...

Nun ist die Wärme des Sommers langsam aufgebraucht. Es wird kälter und dabei ist mir noch gar nicht nach kalten Fingern zumute. Zur Zeit fällt es mir schwer zu bloggen, denn angesichts der täglichen Bilder vom Leid der Menschen, die auf der Flucht sind, erscheint der eigene Alltag mit all seinen Alltagsproblemen banal. Dabei läuft das Familienleben natürlich weiter. In der letzten Woche war ich sehr müde (Mama Schulze hat dazu auch was geschrieben), so müde, dass ich schon fürchtete, irgendeine unentdeckte Krankheit raube mir meine gesamte Energie. Dabei kenne ich diese Müdigkeit, die meistens dann kommt, wenn alles zuviel wird. Das müssen dann noch nicht einmal viele Termine sein. Manchmal sind es auch andere Dinge, die Stress machen: zu viele Pläne, ungeklärte Erwartungen, Sorgen, Kleinigkeiten. Und natürlich die täglichen Aufgaben, die bewältigt werden wollen.
Als unser Kleiner dann auch noch Anfang der Woche krank wurde und nur noch auf Mamas Arm wollte, fiel es mir schwer, mich darauf einzulassen, denn ich fühlte mich getrieben von anderen Verpflichtungen. Dabei war mir ganz klar, dass es ihm gut tut, wenn er einfach nur bei mir liegen kann. Notiz an mich selbst: Prioritäten setzen und alle Hausarbeiten delegieren!
Nein Elias ist kein einfacher Patient, der sich in sein Bettchen kuschelt und ruhig eine CD hört. Stattdessen wird auch gerne mal das Bücherregal ausgeräumt.
Immerhin haben wir die Gelegenheit genutzt und seine Kleidung sortiert. Wahnsinn, was in so einem halben Jahr alles zu klein wird. Nun haben wir einen besseren Überblick und freuen uns auf die ein oder anderen neuen Teile.
Seit gestern ist Elias nun auch wieder im Kindergarten und ich kann vormittags wieder durchatmen.
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Die letzten Tage haben mir gezeigt, wie sehr ich als Mutter nach wie vor gebraucht werde. Natürlich ist es schön, zu planen und zu überlegen, wie es beruflich weiter gehen könnte, aber ich merke, dass die Kinder und unser Familienleben meine Energie brauchen. Oft schätze ich meine Arbeit zu Hause selbst nicht hoch genug ein (Ich bin zur Zeit "nur" zu Hause), dabei ist es eine komplexe Tätigkeit, die gar nicht hoch genug geschätzt werden kann.

Kommentare:

Irina Heemann hat gesagt…

"...dabei ist es eine komplexe Tätigkeit, die gar nicht hoch genug geschätzt werden kann."

Ach, wir recht Du doch hast!
Mehr Energie wünscht ich dir für die nächsten Tage!

Irina
nahtlosstricken-dasbuch.blogspot.de

Sarah hat gesagt…

Liebe Micha,

ich hoffe, dass Du Zeit findest, dich ein bisschen mehr auszuruhen und aufzutanken. Ich bin auch grade versucht immer mehr in mein Leben einzubauen (hier werden auch Helfer in der Flüchtlingsversorgung gesucht, z.B.), aber manchmal muss man die anderen machen und die Dinge loslassen. Immerhin kann ich ja auch etwas spenden und anderweitig unterstützen. Auch wenn man sich selbst natürlich "besser" fühlt, wenn man aktiv hilft, wäre es gerade definitiv zu viel für mich.

Hausarbeit delegieren finde ich total wichtig. Schon allein, weil der Haushalt ja nicht nur MEIN Haushalt ist. Aber auch, weil die Kinder lernen sollen, wie man sich selbst versorgt und alles in Ordnung hält. ;-) Zum Beispiel musste ich das Kochen als junge Erwachsene erst noch lernen, während eine Freundin super-leckere Sachen zaubern konnte, weil sie das eben schon von Kindesbeinen gelernt hatte.

Und ich finde auch, dass die Arbeit der Mutter sehr unterschätzt und viel zu wenig gewürdigt wird. Ich frage mich, ob man das ändern könnte? Woran liegt das eigentlich? Wäre es anders, wenn man das Muttersein studieren könnte/müsste? :-)

liebe Grüße und genieß die freie Zeit am Vormittag,
Sarah

sybilletezzelekramerartblog hat gesagt…

Ich bekomme im Herbst auch vermehrt Müdigkeitsmomente. Dann versuche ich meinen Körper für die Umstellung mit extra Vitaminen oder Eisen bzw. Magnesium auf die Sprünge zu helfen, und vor allem auch mehr zu schlafen. Das ist bei dir wohl das Hauptproblem, dass du momentan wg. des Kleinen zu wenig regelmäßigen-durchgehenden Schlaf bekommst. Hoffentlich ändert sich das bald... je mehr er wächst, desto besser kann es eigentlich nur noch werden. Viel Kraft für diesen Herbst wünsche ich dir!