Donnerstag, 7. Mai 2015

Was ich mal werden wollte...

Christine von Mama arbeitet hat sich erinnert, welche Berufswünsche sie in ihrem Leben schon hatte. Das nehme ich gerne zum Anlass, auch einmal zurück zu schauen. Meine liebste Kindheitsbeschäftigung war es, im Garten zu spielen und zu singen. Ich konnte die Texte sämtlicher Schlager und wollte Sängerin werden. Das war so lange klar bis eine Lehrerin mir mal eine zu leise Stimme bescheinigte. Später rückte der Beruf der Konditorin ins Bewusstsein, was die Frau vom Arbeitsamt bei meinen Noten jedoch abwegig fand. In der Oberstufe stellte ich mir ein Kunststudium sehr interessant vor. Aber hatte ich genug Talent? Da meldeten sich Zweifel... also doch Kunstlehrerin? Den ganzen Tag vor Schülern stehen mit meiner “leisen“ Stimme? Irgendwann kam ich dann aufs Psychologie-Studium. Ich stellte es mir spannend vor, die Tiefen der Seele zu erkunden. Außerdem bot mir das Psychologie-Studium die Möglichkeit, etwas weiter weg zu ziehen, was ich nach einer Kindheit in der Provinz sehr begrüßte. 
Das Studium machte Spaß, aber konkrete Berufsvorstellungen ergaben sich nicht, denn es gab ja viele Möglichkeiten. Dann war ich plötzlich schwanger mit der großen Tochter. Damals dachte ich noch, es sei ja nun kein Problem, das Studium zu beenden und dann in den Beruf einzusteigen. sechs Jahre später hatte ich dann mein Diplom und noch ein zweites Kind, aber auch schon zwei Bücher geschrieben, was sich so ergeben hatte. Erste Recherchen über einen möglichen Berufseinstieg mit zwei kleinen Kindern waren ernüchternd also kam Kind 3 hinterher. Meinen eigentlichen Berufswunsch "Psychotherapeutin" schob ich erst mal auf, auch weil mich die Rahmenbedingungen für Psycholog_innen in Therapieausbildung sehr störten und wütend machten. Immerhin konnte ich nebenbei hier und da schreiben und auch freiberuflich als Psychologin arbeiten. Dann kam Kind 4 und warf mich erst mal wieder aus der Bahn. Und nun? Nun stelle ich mir erneut die Frage, was ich werden will. Ich singe (immerhin) im Chor, was mir großen Freude macht, backe öfter mal für die Familie (aber nicht auf Konditor-Niveau) und bin glücklich beim Schreiben. Irgendwas wird daraus schon werden.

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