Dienstag, 24. April 2012

Gemüse mit Tofu

Das Thema "Ernährung" beschäftigt mich sozusagen andauernd, aber es ist manchmal nicht so leicht Erkenntnisse auch umzusetzen und Gewohnheiten zu ändern. Zur Zeit lese ich das Buch von Karen Duve Anständig Essen: Ein Selbstversuch und seit nun auch noch die Keimbelastung in Hähnchenfleisch bekannt wurde, gibt es keinen vernünftigen Grund mehr, Hähnchenbrustfilet zu kaufen. Erstaunlicherweise schmeckte die Variante Gemüse mit Tofu (gewürzt mit Ingwer, Knoblauch und Sojasauce) dann auch der ganzen Familie sehr gut.
Außerdem ist Tofu wesentlich günstiger. Bio-Tofu vom Discounter kostet 1,79 € und ich habe nur die Hälfte gebraucht. Zur Zeit lese ich mit großem Interesse die Posts zum Thema "Eat well, spend less" und versuche weiter zu tüfteln, wie ich Essen mit sehr guter - vorzugsweise Bio- Qualität zu einem akzeptablen Preis kochen kann.
tofu with veggies  

Kommentare:

Tinka hat gesagt…

Gut, dass gerade Hühnchen im Ofen ist :-))
Wir müssten auch mehr Gemüse essen. Aber an sich ist es doch so, dass man gar nicht mehr weiss, was jetzt gesund ist und was nicht, alles ist ja irgendwie belastet, sogar Bio.
Nicht, dass ich mich nicht mit dem Thema auseinandersetze, aber je mehr man liest, umso verwirrter ist man. Ich hab inzwischen für mich beschlossen, einfach nach dem Bauch zu gehen, auch wenn es dann nicht so gesund ist (oftmals schmeckt das Obst/Gemüse heutzutage auch gar nicht mehr. Und Biomöhren aus Isreal, Biotrauben aus Chile, ich weiss nicht).
LG
Tinka

60°Nord hat gesagt…

Liebe Micha, ich finde das ganz spannend und toll, wenn sich Menschen kritisch mit den Essgewohnheiten auseinandersetzen. Was ich allerdings schade finde, ist dass oft auch das finanzielle in den Vordergrund gestellt wird. Viele (nicht alle!) tanken ihr Auto für mehr als 1,50 Euro/Liter aber für den 'Motor' im Körper darf es gerne etwas billiger sein. Noch vor 50 Jahren wurde in der Regel die Hälfte des Monatseinkommens für Lebensmittel/Nahrung ausgegeben. Ich finde, da läuft was schief. Und gerade bei Tofu, der ja mit der Sojaproduktion eng verbunden ist, frage ich mich oft, wie es möglich ist, für so wenig Geld in oft recht fernen Ländern produziert zu werden. Gibt es Entschädigungsprogramme für die für Sojafelder zerstörten (Regen-)Wälder? Wieviel bekommen die Bauern? Unter welchen Bedingungen arbeiten die? Bringen nicht Bio-Produkte vom Discounter die regionale Bio-Produktion ins Ungleichgewicht? Ist Bio gleich Bio? Ach, ich finde es schwierig, aber es ist gut, darüber zu diskutieren... Und die Gemüsepfanne sieht echt lecker aus! Liebe Grüße, Barbara

Micha hat gesagt…

Was die Zerstörung der Regenwälder wg. Sojafeldern betrifft, ist das sicher nicht Soja, der hier als Bio-Tofu landet, sondern die Riesenmengen Soja für die Tierfutterindustrie. Aber du hast schon recht, es ist schwierig. Bei drei Kindern ist es allerdings nicht einfach, im Budget zu bleiben und das suche ich auch nach Ideen, die preislich im Rahmen bleiben. Die regionalen Biobauern unterstütze ich aber außerdem mit der Gemüsekiste und mit meiner Gemüseparzelle, die ich ab Mai von einem Biobauern pachte. Wie schaut es denn in Schweden mit Bio aus. Wir waren mal in Skane, wo es einen superschönen Biogemüsehof gab, da erinnere ich mich sehr gerne dran.
LG, Micha

60°Nord hat gesagt…

Ja, es gibt einige Vorzeigebetriebe in Schweden, die auch viel Öffentlichkeitsarbeit machen. Aber so eine richtige 'Biokultur' wie in Deutschland gibt es noch nicht, ist aber am wachsen. Meinen kleinen individuellen Bioladen in meiner Heimatstadt werde ich aber vermissen. So eine Gemüsekiste hätte ich auch gerne, hoffentlich dann aber bald aus dem eigenen Garten... Ich freue mich auf jeden Fall auf weitere anregende Posts von dir und ich werde dich über die Lebensmittelsituation im Norden auf dem Laufenden halten. Alles Liebe!

Bianca hat gesagt…

Hallo Micha,
bislang habe ich noch kein Tofu-Gericht gegessen, das mir wirklich schmeckte... Ich werd's aber immer mal wieder probieren.
Das Buch Anständig Essen ist wirklich gut. Habe es ja bereits im letzten Jahr gelesen, und es war ja mit Grund für mein jetziges Vegetarier-Dasein.
GLG, Bianca

frau kreativberg hat gesagt…

Ich versuche vor allem regional zu kochen, d.h. Tofu wird man in meinen Kochtöpfen eher nie finden ;)
Mit dem Fleisch bin ich sehr heikel, wir kaufen einerseits von einem Nachbarn, Hühnerfleisch haben wir selber und wir denken schon daran, ein Schwein zur SElbstversorgung zu halten. Das wird jetzt so manchem Vegetarier natürlich ein Dorn im Auge sein, aber für uns gehört Fleisch zumindest in regelmäßigen Abständen (ich glaub, wir kommen auf ein Mal Fleisch pro Woche) zu einer vollwertigen Ernährung. Ich denke, gerade bei Fleisch und Wurstwaren kann man wirklich den Gedanken "Luxus" walten lassen und dann einfach mehr ausgeben, um bewusst wählen zu können. Es geht um die Qualität, nicht um die Quantität. Wir brauchen unglaublich viel Geld für Lebensmittel, jedes Mal wieder erschrecke ich an der Kasse. Aber wir haben uns bewusst gegen Discounter entschieden und kaufen in einem regionalen Supermarkt (sowas wie bio-Läden gibt es hier nicht) ein. Und rechnen einfach mit mehr Geld für Nahrung im Haushaltsbudget - für Kleidung, SPielsachen u.dgl. geben wir sehr wenig aus, aber nicht, weil wir billig/Discount kaufen, sondern weil wir selten kaufen (oder aber geschenkt bekommen). Was bei uns noch viel Geld frisst, ist der Diesel. Aber es geht nicht anders hier. So öko und bio, dass ich alles zu Fuß erledige und eine Stunde hinunter zum Bus gehe, bin ich einfach nicht ;)
Alles Liebe. maria