Auf dem Weg zu weniger Plastik!

In Plastik verpackte Bananen, Wegwerfbecher, geschnittenes Brot in der Plastiktüte, in Plastik verpackter Käse... Plastik begegnet uns als Verpackungsmaterial immer noch überall und füllt die Gelben Tonnen. Zwar beginnt sich so langsam ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, manche Supermärkte haben Plastiktüten inzwischen abgeschafft und viele Bäckereien und Cafés füllen den Kaffee auch in wiederbefüllbare Becher, Plastik ist jedoch für unsere Umwelt immer noch ein großes Problem. 140 Millionen Tonnen Plastik befindet sich bereits in den Weltmeeren und jedes Jahr kommen acht bis zehn Millionen Tonnen hinzu. schreibt Nadine Schubert in ihrem neuen Buch "Noch besser leben ohne Plastik", das am 04. September 2017 im Oekom-Verlag erscheint. Ganz besonders problematisch ist dabei Mikroplastik, kleinste Teilchen, die vor allem durch Kosmetika und Wasch- und Reinigungsmittel über das Abwasser ins Meer gelangen. Auch aus Synthetikkleidung werden beim Waschen kleinste Teilchen heraus gewaschen, rutschen durch die Filter der Kläranlagen und landen irgendwann im Meer. Dort wird Mikroplastik zum Problem für Vögel und Fische, denn das Plastik kann nicht verdaut werden und die Tiere verhungern bei vollem Magen.
Bisher war ich davon ausgegangen, dass Mikroplastik vor allem in Form von kleinen Plastikkügelchen in Peelings eingesetzt wird . Von daher war ich doch überrascht zu lesen, dass die mit Polyethylen, Polyurethan oder Polyacrylat (eine vollständige Liste gibt es im Buch) bezeichneten Stoffe, auch in Make up, Sonnencreme, Shampoo und Duschgel sehr gängige Inhaltsstoffe sind.
Ein Blick auf die Zusammensetzung der Duschgels und Shampoos, die bei uns im Bad stehen, machte schnell klar, dass auch hier einige schwarze Schafe dabei sind, von denen ich es nicht erwartet hätte. Und das ist ja nun wirklich unnötig, da es überall Alternativen gibt, die auch nicht viel mehr kosten. Einen sehr informativen Einkaufsratgeber zu dem Thema gibt es vom BUND. Und wer den Drogeriemarkt direkt anschreiben und auffordern möchte, Mikroplastik aus seinen Eigenmarken zu verbannen, kann das hier tun.

Nadine Schubert beschäftigt sich nun seit rund vier Jahren mit dem Thema "Plastik" und wie es sich vermeiden lässt. Wer anfängt, sich mit dem Thema auseinander zu setzen, sieht schnell die Notwendigkeit, hat aber oft das Gefühl, das Plastiksparen schrecklich aufwändig und umständlich ist. Es geht ja aber nicht darum, von Anfang an, alles perfekt zu machen. Die Autorin, schildert verschiedene Möglichkeiten, in das Thema einzusteigen und einfach anzufangen. Besonders gut gefällt mir die Idee, eine Liste mit ein paar Punkten festzuhalten, die man umsetzen möchte.
In dem Buch "Noch besser leben ohne Plastik" gibt es eine Vielzahl Ideen und Anregungen, wo man ansetzen kann, welche Einkaufsmöglichkeiten es gibt, was man sehr gut selber machen kann und wie man auch unterwegs plastikfrei leben kann. Besonders gut haben mir auch die Geschenkideen gefallen. Das sind wirklich ein paar nette Dinge dabei, die ich bestimmt umsetzen werde. Insgesamt mag ich, dass das Buch nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daher kommt. Nadine Schubert betont, dass es natürlich auch gutes Plastik gibt, das von Generation zu Generation weitervererbt werden kann und dass man bei allem Engagement manchmal auch eine Pause davon braucht. An Ideen, wie die Welt ein bisschen plastikfreier werden könnte, mangelt es jedoch nicht und zusammen mit Nadine Schuberts erstem Buch "Besser leben ohne Plastik", das ich hier vorgestellt habe, stellt das neue Buch einen reichen Fundus dar, aus dem man nur zu schöpfen braucht.
Herzlichen Dank an den oekom-Verlag für das Rezensionsexemplar!

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