Mittwoch, 12. August 2015

Ohne #MeTime geht es nicht!

Vor kurzem hat die wunderbare Mama on the rocks leicht verzweifelt und sehr realistisch beschrieben, wie sie versucht, während der Kita-Ferien Arbeit und Familie unter einen Hut zu bekommen und sie fragt sich, wo sie denn da bitte noch Zeit für sich haben soll. Die #MeTime ist meistens viel zu knapp und doch essentiell wichtig.
Mich beschäftigt das Thema auch schon lange und ich muss sagen, je älter ich werde (bzw. je mehr Kinder ich habe), um so wichtiger wird es für mich. Als junge Mutter mit Ende 20 war mir die #MeTime tatsächlich noch gar nicht so wichtig. Ich ruhte in mir selbst, verspürte eine grundlegende innere Kraft, mit der ich den Alltag mit zwei kleinen Kindern gut meistens konnte. Später so mit Ende 30 kam mir diese Ruhe abhanden. Ich wurde unruhig und stellte meine Lebenssituation mehr in Frage. Dann kam on the top das vierte Kind und damit die Herausforderung wieder bei LOS anzufangen (Begib dich direkt dorthin, ziehe nicht 400€ ein!). Natürlich schrumpfte die Zeit für mich ganz enorm und wie sehr ich auf dem Zahnfleisch ging, habe ich gemerkt als Elias acht Monate alt war und ich heulend auf der Treppe saß (mehr davon hier). Mir ging es richtig schlecht, ich konnte mich kaum noch freuen, fühlte mich erschöpft und ausgelaugt. Zusätzlich verfolgte mich das blöde Gefühl, mir nicht selbst helfen zu können und auch woanders kaum Hilfe zu bekommen. Erst als ich mir nach und nach wieder mehr Zeit für mich (mal eine Nacht alleine durchschlafen; Opa-Oma-Tage) erobern konnte, wurde es langsam besser. Ein weiterer Meilenstein war dann Anfang des Jahres die Zusage eines Kita-Platzes. Habt ihr meinen Jubelschrei gehört?
Eine Zeit lang war ich versucht, hektisch zu werden und mir sofort neue Aufgaben zu suchen. Da hat mir ein Blogpost von Ramona unheimlich geholfen, in dem sie schreibt, dass es wichtig ist, sich Zeit zu geben, um zu heilen (ich glaube es gab noch einen anderen Blogpost zu dem Thema, den ich aber nicht gefunden habe). Zeit zu sich zu kommen, seine Mitte und seine Kraft wieder zu finden - das ist #MeTime, die über eine Tasse Tee hinausgeht, die aber für mich unendlich wichtig ist, um meine Kraftreserven zu aktivieren und wieder Energie für Neues zu haben. Jede und jeder ist anders. Manche lieben den Trubel um sich herum - ich kenne solche Mütter, aber ich brauche Zeit für mich. Das habe ich in den letzten zwei Jahren als Mama von vier Kindern für mich gelernt und auch, es wirklich ernst zu nehmen.

Kommentare:

sybilletezzelekramerartblog hat gesagt…

Schöner Text, der bestimmt vielen aus dem Herzen spricht.

Mama on the rocks hat gesagt…

VIER Kinder - ich finde es ganz wunderbar, wie Du das wuppst und werde mir gerne eine Scheibe abschneiden!
Was mir bei Deinem Beitrag vor allem ins Auge fällt, ist der Wandel von der jungen, fitten Zweifachmama zur etwas gesetzteren, müderen, Ü40-Mama. Ich wünsche Dir weiterhin genügend MeTime und danke Dir sehr für die Teilnaeem an der Blogparade. Dein Beitrag ist eine echte Bereicherung!
LG
Mama on the rocks

essentialunfairness hat gesagt…

Ich als ebenfalls Vierfach-Mama weiß ganz genau, wovon Du schreibst.

Auch erst beim vierten Kind spürte ich, dass meine Grenzen erreicht waren. Der Kleine war nicht nur Kind Nummer 4, sondern auch noch ein High-Need-Baby und ich bald völlig am Ende. Okay, wir hatten zudem noch einen riesigen Wasserschaden im Haus mit Baustelle.

Aber ich sah dadurch, dass ich nur noch "auf Kante genäht" war - es durfte einfach nichts mehr zusätzlich passieren. Ich wurde dann krank (Schilddrüse, sprach eine deutliche psychosomatische Sprache) und lernte ganz langsam, mich und meine Bedürfnisse endlich mal wahrzunehmen - zu diesem Zeitpunkt war ich bereits seit 12 Jahren Mutter und hatte es nie wirklich hinbekommen, mich selbst nicht zu vergessen.

Vorher, mit nur drei Kindern, habe ich eine Menge meistern können. Aber da war meine Grenze wirklich und spürbar erreicht.