Donnerstag, 27. August 2015

#bloggerfuerfluechtlinge Berührungsängste überwinden

Immer mehr Menschen flüchten nach Deutschland! Viele kommen erst einmal in den großen Städten an, aber auch kleineren Gemeinden werden Flüchtlinge zugewiesen. Bei uns wird versucht, die Familien, bei denen der Aufenthalt geklärt ist, dezentral in Wohnungen unterzubringen. Seit letzter Woche lebt nun ein Familienverbund von 16 Menschen in einer Wohnung in unserem Pfarrhaus. Die Familienmitglieder haben vorher schon knapp ein Jahr in einer Sammelunterkunft verbracht und sprechen teilweise schon recht gut deutsch.
Nun bin ich eher ein introvertierter Mensch und daher froh, dass ich engagierte Menschen um mich habe, die gerne die Initiative ergreifen. So haben wir letzte Woche mit vier Frauen und jeder Menge Kindern die Familien besucht und geschaut und gefragt wie wir helfen können, was gebraucht wird. Viele Bekannte haben sich angeschlossen und Fahrzeuge für die Kinder, Kleidung, Möbel und einen Fernseher gespendet. Andere haben Kuchen und Blumen vorbei gebracht. Die Familie muss sich durch den plötzlichen Umzug umorganisieren. Die Kinder sind noch im Nachbarort im Kindergarten, aber es ist fast unmöglich, mit öffentlichen Verkehrsmitteln hin und her zu fahren, um die Kinder dorthin zu bringen. Die Papiere der Familie sind auf verschiedene Behörden in Nordrhein-Westfalen verteilt und sie wissen nicht, wie sie diese zurückbekommen können. Manchmal werden Kleinigkeiten zu großen Hindernissen, zum Beispiel das Lesen eines Busfahrplans. Nach den ersten Begegnungen entstand die Idee, mit unserer Messdienergruppe und einigen Kindern und Müttern der Familie zusammen einen großen Spielplatz zu besuchen.
Recht kurzfristig haben wir alle zusammengetrommelt und sind mit fast dreißig Frauen und Kindern zu einem großen Spielplatz gefahren.

Die Kinder haben es genossen, einfach mal loslaufen und spielen zu können. Wir hatten Gelegenheit mit den Müttern zu sprechen und sie näher kennen zu lernen. Es war eigentlich ganz einfach und soll von uns aus dazu beitragen, hier in der Gemeinde gut zusammen leben zu können.
Es gibt viele Möglichkeiten zu helfen und sich zu engagieren, auch und ganz besonders um denen die Stirn zu bieten, die Hassparolen verbreiten und Böller neben Flüchtlingsheimen zünden.
Unter dem Hashtag #bloggerfuerfluechtlinge beziehen Menschen im Internet Stellung für eine Willkommenskultur und auf der Seite Blogger für Flüchtlinge werden Blogbeiträge zum Thema gesammelt. Es lohnt sich reinzuschauen, denn es sind schon ganz tolle Beiträge dabei.
Es gibt so viele Möglichkeiten zu helfen, wer Zeit hat, kann sich vor Ort engagieren, wer Geld hat, kann spenden (zum Beispiel hier), wer Platz hat, kann Wohnraum anbieten. Sobald diese tolle Übersicht in der aktuellen Zeit online ist, werde ich sie hier verlinken, ganz viele Ideen finden sich auch hier.
Es lohnt sich, Berührungsängste zu überwinden und einfach zu handeln!

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