Montag, 26. Januar 2015

Das schwarze Loch - ein Jahr danach

Vor einem Jahr habe ich hier über meinen Zusammenbruch berichtet. Eine Erholung versprechende Auszeit war kurzfristig abgesagt worden und ich bin in ein “schwarzes Loch“ gefallen. Die Erschöpfung ging mit vielen Schuldgefühlen und Gedanken einher: "Warum fällt es mir so schwer, die Kraft für mein viertes Kind aufzubringen?", "Warum bin ich so ungeduldig und unausgeglichen?". Es ging mir wirklich schlecht. Ich war müde und erschöpft und es fiel mir zeitweise schwer, Freude zu empfinden. Zusätzlich war ich mir die ganze Zeit bewusst, dass ich dabei war, in eine Depression zu rutschen und überlegte verzweifelt, wie ich mir selbst helfen könnte. Ein erster Schritt war der amerikanische Online-Workshop, der mir noch einmal mögliche Ressourcen aufzeigte und vor allem das Gefühl vermittelte nicht alleine zu sein. Das hat sehr gut getan. 
Während ich dann in den ersten Urlaubstagen in Südtirol noch einmal ein Tief erlebte, ging es danach stetig bergauf. Vor allem der Besuch der Spielgruppe nach den Sommerferien und die neuen Kontakte zu Müttern gleichaltriger Kinder haben für mich den Durchbruch gebracht. Das Erleben von Gemeinschaft spielt wirklich eine wichtige Rolle für mich.
Zusätzlich hat mich auch die Aussicht auf einen Kindergartenplatz ab zwei Jahren aufrecht gehalten, denn als Mutter von vier Kindern bin ich schon arg an meinen Grenzen. Dass der Kindergartenplatz gar nicht sicher ist, habe ich Anfang letzter Woche erfahren. Das hat mich wirklich wieder ziemlich runter gerissen. Trotzdem geht es mir glücklicherweise besser als vor einem Jahr. Ich weiß mich unterstützt und geborgen und ruhe wieder viel mehr in mir selbst. Die innere Zufriedenheit ist wieder da und das trägt mich auch durch anstrengende Phasen. 

Trotzdem liegt mir das Thema "Burnout bei Müttern" auch als Diplom-Psychologin nach wie vor sehr am Herzen (hier mein Gastbeitrag zum Thema bei Tafjora). Wer sich in einer ähnlichen Situation befindet und mir gerne schreiben möchte kann das gerne über email tun (Mailadresse im Impressum). 

Kommentare:

Minas Blogadise hat gesagt…

Ein sehr schöner und mutiger Beitrag. Ich bin Schon mit einem Kind+Vollzeitstudium überfordert. Aber zum Glück unterstützt meine Familie mich sehr :)

Ane hat gesagt…

Ich sehe mir deinen Blog immer so gerne an, dass ich fast jeden Tag nachsehe, was du geschrieben hast. Du wirkst wie eine tolle Frau und eine ganz besondere und gelassene Mutter. Hab mir allein von deinen Fotos schon einige Ideen fürs Selbermachen der Kinder abgeguckt (letztens erst Zwiebelschälen für klein Lilli). Du machst das alles super. Ich fühl mich auch oft so müde, kaputt und erschöpft. Das mit dem Mamasein ist ein ganz schön anstrengender Job. Pass auf dich auf! Liebe Grüße, Ane
http://mamaleoni.blogspot.de/