Samstag, 21. Juni 2014

Zeit für dich, Zeit für mich

Es ist schon nicht so einfach, die Bedürfnisse und Wünsche von sechs Personen unter einen Hut zu bekommen. Die großen Kinder haben eigene Termine und wir bauen unsere freien Zeiten drumherum. Am Freitag war der Mann mit den beiden Kleinen unterwegs, so dass ich seit gefühlten Monaten ein paar freie Stunden zuhause hatte. Es war sehr schön, mal wieder ganz in Ruhe zu stricken und ein bisschen Hausarbeit machte sich auch noch fast von selbst. Abends war der Mann aber doch etwas unzufrieden, weil ihm Zeit für sich und Zeit zu zweit fehle. Ich dagegen habe oft den Eindruck, dass er sich diese Zeit für sich viel eher nimmt als ich und schwups fange ich an zu vergleichen und aufzurechnen. Vor allem wurmt mich, dass er ganz spontan sagt, ich fahre mal eben für ein paar Stunden in die Stadt, während ich mir freie Zeit eigentlich nie spontan nehmen kann (oder glaube nehmen zu können), schon gar nicht einfach mal so nur für mich. Leider führt dieses Vergleichen regelmäßig zu Neid und anderen negativen Gefühlen und bringt uns nicht wirklich weiter. Also teilen wir das Wochenende auf: Zeit für dich, Zeit für mich, ein Termin mit dem einen Kind, Zeit zu zweit vielleicht am Sonntagnachmittag, wenn die große Tochter wieder da ist. Ein ziemlich zerstückeltes Wochenende, aber im Moment scheint es wichtig, dass alle mal die Batterien aufladen können. Trotzdem arbeite ich noch an dem “Neid“-Thema... kennt ihr das auch? Wie geht ihr damit um?

Kommentare:

Stefanie hat gesagt…

Bei uns ist auch die Zeit sehr knapp. Allerdings ist Neid kein Thema, eher Mitleid ;) Der Mann schiebt zur Zeit Überstunden ohne Ende, neues Mandat, da kann es schon mal bis morgens um 2 dauern bis er heimkommt. Das geht jetzt schon seit ein paar Wochen so und ist echt nicht schön. Die drei Kleinen sind zur Zeit ziemlich anstrengend, alle drei schlafen sehr schlecht und liegen nachts bei uns mit im Bett, bei gerade mal 1,6 m Bettbreite ebenfalls eher unschön ;)Henny braucht zudem auch noch ewig zum einschlafen, vor 23 Uhr geht da gar nichts... Wenn Henny mittags schläft belagern mich die beiden anderen kleinen, oder die Großen brauchen hilfe bei den Hausaufgaben etc. Freie Zeit, daher zur Zeit gleich null, weder alleine noch zu zweit. Langsam geht es an die Substanz, große Hoffnung hege ich an die Sommerferien, ich hoffe da geht dann wieder mal was, wenns auch nicht für Zeit zu zweit reicht, hätte auch nichts gegen ein zwei Stündchen für mich alleine ;)

Halt durch!
Stefanie

zweiplusdrei hat gesagt…

Das kommt mir sehr bekannt vor. Diese Unzufriedenheit, das Aufrechnen, der Neid - das alles kommt hoch, wenn ich selbst sehr angestrengt von meiner Arbeit bin, dringend eine Auszeit bräuchte und es nicht schaffe, mir diesen Freiraum zum Kraftschöpfen zu nehmen. Denn das ist für mich das Hauptproblem: Ich muss mir selbst diese Räume nehmen und kann nicht erwarten, dass sie mir jemand auf dem Silbertablett serviert (was ich wohl unbewusst von meinem Mann erhoffe). Mir fällt das sehr schwer und ich bleibe oft unzufrieden, überfordert und scheinbar unverstanden auf meinen Bedürfnissen sitzen...

linnea hat gesagt…

liebe micha, ich hatte schon in einigen deiner beiträge, dass du mit dieser situation unzufrieden bist. vielleicht könntet ihr auch bei gemeinsamen aktionen kurze zeitintervalle mal für dich reservieren, z.b. stadt mit einkauf und du gehst zwischendrin mal auf ein getränk ins café oder stöberst im zeitschriftenladen?! ich kenne das gefühl ein bißchen, allerdings verbringen wir die knappe familienzeit am allerliebsten komplett miteinander, auch wenn dann zeitinseln für mich oder meinen mann wegfallen. das ist garantiert noch eine nachwirkung der fernbeziehung...
liebe grüße

jademond hat gesagt…

Ich finde es auch schwieriger, mal freie zeit für mich zu bekommen, da die Kinder sehr an mir kleben. um wirklich freie Zeit zu bekommen, müsste ich den Ort richtig verlassen. Spontan geht das gar nicht, ich muss es immer planen. Aber das tue ich auch. Ich bräuchte es öfter. Ich hab eher das Ding, daß ich es gern immer für alle schön hab und möchte, daß es allen gut geht, obwohl das nicht meine Aufgabe ist. So kommt es, daß ich dem Mann viel abnehme, weil ich mich für belastbarer halte. Ich ertrage es nicht, wenn der Mann schlechte Laune hat, weil er überlastet ist. Aber es ist eigentlich total Quatsch. Mir würde schon sehr helfen, endlich mal eine Nacht wieder am Stück durchzuschlafen (hab ich schon seit über 2 Jahren nicht mehr). Was ich dem Mann schon neide ist die tatsache, daß er zur Arbeiot fahren darf und dort ungestört konzentriert seine Arbeit tun kann. Ich muss mir meine Arbeit häppchenweise einteilen, mich gleichzeitig noch um Kinder und Termine kümmern, was mich sehr oft ins Rudern bringt. Dann werde ich unzufrieden.

Tafjora: Und noch ein Mama-Blog, eine deutsche Familie in Frankreich hat gesagt…

Ja, liebe Micha, mit dem Neid das ist glaub ganz normal hin und wieder, wenn die Batterien leer sind und man einfach unzufrieden ist. Ich kenne das auch grad. Mein Mann ist nur weg grad und die Wochenenden sind zu kurz um alle und alles unter einen Hut zu bekommen. Neid ist dann glaub auch ganz normal nur leider hilft das wirklich nicht weiter. Aber einen guten Tipp kann ich Dir leider auch nicht geben, den hätte ich selber gerne. Aber wichtig ist wirklich dass Du auch zu Deinen Auszeiten kommst. Meistens sind wir Mütter ja "genügsam" und freuen uns auf ein Stündchen im Kaffee. Lieben Gruß