Donnerstag, 16. Januar 2014

Schule: Januar 2014

Schon länger habe ich nichts mehr zum Thema Schule geschrieben, dabei ist es - zumindest außerhalb der Ferien - doch ein ziemlich beherrschendes Thema hier. Jetzt hat auch die ZDF-Dokureihe 30grad hat das Thema aufgegriffen und gezeigt, dass viele Schüler unter dem - manchmal auch selbst gesetzten -Leistungsdruck krank werden. Besonders geschockt hat mich in dem Film die Aussage eines älteren Schülers, der sagte "Leistung ist ja der wichtigste Wert in unserer Gesellschaft und dann sollte man das auch so annehmen!". Den Film kann man sich hier anschauen.
Natürlich merken wir vor allem bei den beiden großen Kindern, die ein G8-Gymnasium besuchen, dass hohe Anforderungen gestellt werden. Anders als im Film, in dem die Schüler sich selbst großen Druck machen und sehr viel lernen, habe ich aber eher den Eindruck, dass unsere beiden den Aufwand nicht zu hoch halten wollen. Ihnen sind Freunde und Freizeit durchaus wichtig und es ist eher so, dass ich zum Lernen motivieren muss.
Tabea hat ja nun nur noch etwas mehr als ein Jahr Schule vor sich und kreist immer schon mal um die Gedanken, wie es danach weiter gehen soll. Ein interessanter Prozess! Zur Zeit belegt sie einen Projektkurs Geschichte, in dem Zeitzeugen interviewt werden, die aus der Zeit des Nationalsozialismus berichten können. Sie musste nun auch schon ihre Abiturfächer festlegen und wird neben den Leistungskursen Deutsch und Biologie auch Mathematik und Geschichte mit ins Abitur nehmen.
Leander ist durch seine gebrochene Hand im Moment sehr gehandicapt. Zum Glück hat er sehr hilfsbereite Mitschüler, die ihm angeboten haben, mittels Durchschlagpapier für ihn mitzuschreiben. Die Hausaufgaben erledigt er größtenteils am PC und in Französisch wird er mündlich geprüft. Nun hoffen wir, dass sich auch die Englischlehrerin kooperativ zeigt.
Linnea kommt nun auch gut weiter. Sie rechnet nun schon im Zahlenraum bis 100, liest immer besser und schreibt sehr schön. In der Bastel-AG der Offenen Ganztagsschule, in der sie an zwei Nachmittagen ist, hat sie das Flechten von Armbändern gelernt, was ihr großen Spaß macht.

Kommentare:

Sybi hat gesagt…

Habe die ZDF-Sendung angesehen... brrr! Es ist schon so, wie du schreibst: die hier gezeigten Kinder machen sich den Druck (auf beängstigende Weise) selbst...
Schön, dass es Linnea so gut gefällt und sie tolle Fortschritte macht.
Der arme Leander... meine 16j Nichte hat sich letzte Woche das Bein gebrochen, musste operiert werden und sollte nächste Woche wieder (mit Gips und Krücken) zur Schule gehen (d.h. zum Bus), aber sie ist ganz verzweifelt, weil die Gehsteige voller Schnee und Eis sind, derzeit auch für "Zweibeiner" eine Hürde... und die nächsten drei Tage soll es wieder schneien.. Sie hat eben auch Sorge, zuviel zu verpassen wenn sie zu lange fehlt. :(
Jedenfalls allen alles Gute!!

Sarah hat gesagt…

Ja, ich finde das eigentlich ein bisschen erschreckend, dass Leistung so einen hohen Stellenwert einnimmt. Im ganzen Gegensatz steht dazu die Aussage von Logan LaPlante, von dem ich einen Vortrag auf meinem Blog gepostet hatte, dass für ihn 'Happiness' an höchster Stelle steht. Warum greifen Schulen die Themen positive Lebensführung, Erfüllung, Gesunheit und Glück nicht oder nur sehr wenig auf?

Gut, dass deine Kinder sich über Freunde und Freizeit einen Ausgleich suchen. :-) Mathe und Geschichte hatte ich auch im Abitur. Nationalsozialismus war auch bein uns das Hauptthema.

Gute Besserung an Leander! Super, dass er so tolle Freund hat, die ihn unterstützen.

linnea hat gesagt…

oh, gute besserung an leander, das ist ja wirklich kompliziert!
die reportage habe ich auch gesehen und muss ganz ehrlich sagen, dass ich nicht allein das angeblich so viel druck ausübende bildungssystem als ursache sehe. die arme kleine mia etwa hätte einfach nciht diese schule besuchen müssen, die eltern knicken leider so häufig als schützender puffer um ihre kinder herum ein und geben sie aus angst um die zukunft lieber gleich einem leistungsdenken preis, das an einer "stinknormalen" schule gar nicht so ausgeprägt sein müsste. ich weiß gar nicht, wie oft ich nachhilfeschüler hatte, deren eltern auf latein ab klasse 5 bestanden und die schüler sich genau damit jahrelang quälten, statt auf einem neusprachlichen gymnasium ohne diese last lernen zu können.
liebe grüße
linnea