Mittwoch, 14. November 2012

Überlegungen

Im Moment geht mir Vieles im Kopf herum, was die für mich doch überraschende Schwangerschaft betrifft. Bei meinen vorherigen Schwangerschaften war ich ja noch relativ jung (25,27 und 35) und habe mir wenig Gedanken bzgl. einer möglichen Behinderung des Kindes gemacht. Mit 40 sieht das allerdings ganz anders aus. Zahlen werden in den Raum geworfen, die einen erst einmal erschrecken. So ist die Wahrscheinlichkeit mit 40 ein Kind mit einer Chromosomenauffälligkeit zu bekommen bei 1:60. Nun haben wir ein Ersttrimester-Screening machen lassen und sind bei 1:80. Das war ehrlich gesagt nicht so gut, wie ich gehofft habe, aber es ist andererseits auch nur das Ergebnis einer Berechnung (die Berechnung, die in England üblich ist, würde eine Wahrscheinlichkeit von 1:200 ergeben). Was tun? Eine Fruchtwasseruntersuchung würde mehr Sicherheit bringen, aber die Vorstellung einer langen Nadel in meinem Bauch schreckt mich doch sehr. Und wie würde man mit dem einen oder anderen Ergebnis umgehen? Ich bin mir noch unschlüssig, was diese Untersuchung betrifft und schicke meine Überlegungen einfach mal zu euch. Ich weiß, dass es eine sehr persönliche, schwierige Frage ist, freue mich aber, eure Gedanken zu dem Thema zu lesen.

Kommentare:

Tinka hat gesagt…

Eine Freundin von mir hat das machen lassen, auch mit 40. Das war nicht so schlimm, wie sie befürchtet hatte. Aber es ist in der Tat eine schwere Entscheidung, die man glaub ich,für sich persönlich treffen muß.
LG
Tinka

Pia hat gesagt…

Ist es die Nadel, die dich schreckt, oder das Ergebnis, dass nicht so sein könnte, wie gewünscht? Ich glaube vor einer solchen Entscheidung würde ich mir überlegen, was das Ergebnis mit mir machen würde. Würde es etwas ändern? Diese zwei Fragen möchte ich Dir gerne mit auf den Weg geben, und wünsche Dir den Mut zur richtigen Entscheidung. Liebe Grüße.

Sanne hat gesagt…

in meinen Gedanken gibt es noch die Chorionzottenbiopsie, die scheint mir ungefährlicher, bin aber nicht sicher ob ich damit noch "uptodate" bin.
die Frage ist tatsächlich, was fängt frau mit dem Ergebnis an`wenn sich nichts dadurch ändert, braucht es die Untersuchung nciht. Auch gesunde Kinder entwickeln z.B. Diabetes oder es geschieht ein Unfall. Eine Garantie gibt es nie.
Mich überzeugt das britische Ergebnis!
Ihr müsst entscheiden und das ist sicher schwer.Vor allem mit dem Arzthintergrund.....
wünsche euch alles Gute für die kommende Zeit. Und ich kann das Geburtshaus Düsseldorf sehr empfhelen und wnen es nur für die (wechselnden) Vorsorgen ist.
((micha))
Sanne

frau kreativberg hat gesagt…

Ich war bei allen Schwangerschaften "jung" - nur bei den Zwillingen fiel ich trotzdem in die "Risikogruppe" ähnlich "älteren" Müttern. Wir haben uns gegen Zusatzuntersuchungen entschieden (also auch kein Screening machen lassen) - einfach, weil das Ergebnis nichts in unserer Bereitschaft zu diesem Kind geändert hätte. Ich glaube, bevor du die Untersuchung machen lässt, solltest du dir ganz gut überlegen, was du mit dem Ergebnis machen wirst. Sich für ein Kind zu entscheiden bringt immer "Risiken" mit sich. Selbst wenn bei der Untersuchung alles in Ordnung ist, kann das Leben noch vieles mit sich bringen, mit dem man niemals gerechnet hätte.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft, Zuversicht und auch Mut, eine Entscheidung zu treffen, sodass sie für dich und euch stimmig ist.
Alles Liebe. maria
P.S. Ich kenne etliche ü40 Mütter, die kerngesunde Kinder haben :)

Frische Brise hat gesagt…

Ich habe mich schon immer bewußt gegen weiterführende Untersuchungen entschieden.
Ein Recht auf ein gesundes Kind gibt es nicht. Und auch wenn die Ergebnisse gut sind, so wird es immer Dinge im Leben geben, die nicht nach unseren Wünschen laufen.
Ich schließe mich den Vorschreiberinnen an: was würde ein Ergebnis, wie auch immer es ausfällt, mit Dir machen?
Ich wünsche Dir alles, alles Gute!

Sybille hat gesagt…

Wir sind etwa gleich alt und ich glaube nicht, dass ich die Untersuchung machen würde, wenn ich vor der Frage stünde. Leider habe ich im Bekanntenkreis einen Fall, wo es ganz schief gegangen ist. Ich weiß, das Risiko dass bei der Untersuchung etwas passiert, ist gering, aber jedesmal wenn ich das heute 14jährige Mädchen treffe, muss ich daran denken, dass sie eigentlich ganz gesund auf die Welt gekommen wäre - ohne die Nadel (sie hat erhebliche körperliche Missbildungen deshalb). Und leider haben der Familie immer wieder Ärzte gesagt, dass dies wegen der Untersuchung sei, aber schriftlich könnten sie ihnen das nicht geben (wg. Klage und Beweislast usw.). Also wenn ich so frei sein darf meine Meinung zu sagen: Nein.

anitrampur hat gesagt…

So wie schon einige vor mir bin ich der Meinung, dass es wichtig zu überlegen ist, wie Deine/Eure Einstellung zu einem eventuell unerwarteten Ergebnis ist. Und es gibt auch immer wieder Zweifelsfälle, wo dann die ganze Schwangerschaft ein Zittern ist, und dann ist alles gut. Ich wünsche Dir Geduld und Vertrauen zu einer für Eure Familie richtigen Entscheidung zu kommen!
Alles Liebe, Martina :-)

Ramona hat gesagt…

Ich sehe es auch so wie Pia und Frau Kreativberg. Du solltest dir überlegen, was du mit dem Ergebnis machst. Ob es was für dich ändert. Viel Kraft und alle guten Wünsche für diese Entscheidung.

Micha hat gesagt…

Ganz lieben Dank für die einfühlsamen Kommentare.
Ich habe ja noch etwas Zeit, tendiere jetzt aber auch dazu, die Amniozentese nicht machen zu lassen. Bisher gibt es ja keine wirklichen Anhaltspunkte für ein krankes Kind und da ist mir der Eingriff einfach zu invasiv.
Lieben Dank, Micha

linnea hat gesagt…

liebe micha,
ich würde dir auch die frage mitgeben, die dir die anderen auf den weg gegeben haben. wenn du das kind auch mit einer behinderung bekommen möchtest, dann würde ich das risiko der untersuchung nicht auf mich nehmen... alles liebe
linnea

Anonym hat gesagt…


Liebe Micha,

Vor 16 Jahren habe ich mein viertes Kind bekommen. Damals war ich 39 Jahre alt. Und weil es damals, wie wahrscheinlich auch heute, viele für selbstverständlich hielten, dass ich eine Fruchtwasseruntersuchung machen lasse, habe ich dem zugestimmt. Die Untersuchung als solche war gar nicht schlimm, der Arzt machte es nach der Sprechstunde in seiner Praxis.Aber als sehr belastend empfand ich die Wartezeit bis zum Ergebnis.Zumal ich ab der 16.Woche meine Tochter spürte. Von diesem Moment an war ich mir sicher , mein Kind zu bekommen, egal wie das Ergebnis ausfallen sollte.Aber diese unsichere Zeit habe ich als sehr belastend empfunden und hätte, wäre ich nocheinmal schwanger geworden, den Test nicht mehr machen lassen. Wir haben ein gesundes Kind bekommen, aber ich hätte auch ein behindertes Kind mit Liebe in unserer Familie aufgenommen. Höre auf dein Bauchgefühl ! Ich wünsche Dir eine gute Entscheidung , mit der ihr leben könnt! Mit herzlichen Grüssen, Barbara