Samstag, 2. Juli 2011

Free Range Kids


In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Nido" bin ich über ein Interview mit Lenore Skenazy gestolpert. Die New Yorker Journalistin hat das Buch Free-Range Kids: How to Raise Safe, Self-Reliant Children (Without Going Nuts with Worry)geschrieben und berichtet auch in ihrem Blog darüber, wie es ist, in einem Land voller hysterisch auf Sicherheit bedachter Eltern Kinder sozusagen in Freilandhaltung aufwachsen zu lassen. Auslöser war, dass ihr 9 jähriger Sohn eines Tages sagte, er wolle gerne mal versuchen, allein von einem beliebigen Punkt in der Stadt nach Hause zu fahren. Ausgerüstet mit einer U-Bahn-Tageskarte, Geld und allem für den Notfall wurde er von seine Eltern bei Bloomingdales abgesetzt und stand .... 45 Minuten später stolz vor der elterlichen Haustür.

Link: Lenore Skenazy on Free Range Parenting
Lenore Skenazy über ihr Buch
Als Lenore Skenazy darüber in ihrer Zeitung berichtete, brach ein Sturm der Entrüstung los, sie wurde als "schlimmste Rabenmutter" bezeichnet und landesweit bekannt. Verglichen mit manchen amerikanischen Eltern scheint mir in die Lage in Deutschland noch gelassener zu sein. Allerdings habe ich auch schon Unverständnis erlebt, wenn ich sagte, dass meine über 10 jährigen Kinder auch im Winter morgens alleine zur Bushaltestelle gehen (die etwa 400 m entfernt ist). Was früher für einen selbst als Kind selbstverständlich war, wollen wir unseren Kindern heute oft nicht zumuten und damit auch nicht zutrauen. Aber nur wer die Welt auch mal ohne elterliche Aufsicht erkunden kann, wird sie wirklich entdecken. Daher: Schluss mit der Käfighaltung, lasst endlich die Kinder frei!

1 Kommentar:

Sybille hat gesagt…

Interessant!
Ja, wir hören uns auch oft merkwürdige Sprüche an, etwa weil unsere Kinder kein Handy haben... "Und wenn unterwegs etwas passiert?"
Natürlich haben sich die Zeiten und Bedingungen sehr geändert im Vergleich zu unserer Kindheit. Man muss halt ein bißchen mit Hausverstand entscheiden und die Kinder Schritt für Schritt selbständig werden lassen. Die Illusion über die totale Kontrolle ist nicht nur ungesund (für alle Seiten) sondern auch eben eine Unmöglichkeit.